Motorwechsel bei Ronny

Es fing eigentlich alles ganz harmlos an. Ich war mit Ronny verabredet um seine Zündung einzustellen. Als ich an unserem verabredeten Treffpunkt eintraf, berichtete Ronny das sein Motor während der Fahrt etwas zickig war. Das Problem wollten wir ja mittels Zündungseinstellen beheben.

Während der kurzen Fahrt zu mir traten sehr seltsame Geräusche aus dem Motor hervor.Es klang nach allem aber nicht nach einem gut laufenden Trabantmotor. Da es inzwischen stark zu Regnen angefangen hatte, beschlossen wir eine kurze Raucherpause bei mir zu verbringen. Wir kamen beide zum Entschluss, dass ein einstellen der Zündung  dieses Problem nicht beheben konnte. Ronny verabschiedete sich und trat die Heimfahrt an.

Einige Tage später berichtete Ronny im Pappenforum, dass der Motor wahrscheinlich am Ende ist. Aber er hatte gerade einen anderen Trabant geschlachtet, unter anderem auch den Motor.Über das Pappenforum vereinbarten wir einen Termin zum gemeinschaftlichen Motorwechseln. Mit von der Partie, die Vic und der Yeti.

 

Die Vic und ich fuhren zum vereinbarten Treffpunkt am Friedhof. Kurze Zeit später kam auch der Yeti auf seinem Motorrad zum Treffpunkt. Wir waren da aber wo war Ronny ? Wir warteten und warteten. Ronnys telefonische Erreichbarkeit ist ein wenig unausgereift.Doch dann kam er, was für ein peinliches Missverständnis: wir warteten am Hinterausgang des Friedhofes und Ronny am Haupteingang.  Heute können wir darüber wieder lachen.

 

 

In einer Kolonne fuhren wir zu Ronnys Schrauberparadies. Es bestand aus einer Doppelgarage. Mein erster Blick viel sofort auf Ronnys Trabi.  Der stand doch tatsächlich auf vier Reifen aufgebockt. Das sah sehr abenteuerlich aus, wie sich im nachhinein herausstellte auch sehr effektiv.      

 

Nach dem ersten Schock tischte Ronny erst einmal ein üppiges Frühstück auf. Es fehlte uns nichts, der Ronny war ein super Gastgeber. Während des Frühstücks lernten wir Käfer-Stefan kennen, einen guten Freund von Ronny. Es sollte nicht das letzte Mal sein das wir uns begegnen. 

 

 

Frisch gestärkt begannen wir mit der Arbeit. Ronny erzählte, dass wir auch das Getriebe mit wechseln müssten. Doch wir stellten schnell fest, dass Scharniergelenkwellen und ein altes Getriebe nicht so gut harmonierten. Es blieb beim Motorwechsel. Der alte Motor war ruck zuck ausgebaut, der Neue wurde inspiziert und für gut befunden. 

 

Für ein wenig Unterhaltung sorgte ein seltsam anmutender Eremit, der in der Nachbargarage zu wohnen schien. Er saß in seiner Garage voller Gerümpel auf einem Gartenstuhl und hörte Radio. Die Musik beschallte auch uns, doch Schlager ist nicht Jedermanns Geschmack. Trotz seines, nennen wir es originellen Aussehens, stellte sich der Garagenbewohner als sehr nett heraus. Im Halbe-Stunden-Takt verließ er sein Domizil, um unsere Arbeit zu begutachten und einen mehr oder weniger qualifizierten Kommentar von sich zu geben. Auch als Not am Mann war, es fehlte uns eine Schraube, unerstützte uns der Eremit mit Material aus seinem fast unersättlichen Sortiment an Krimskrams. 

 

 

( Ein seltenes Bild des Yeti )

 

Der neue Motor war auch schnell montiert. Ein bisschen Fummelarbeit und er saß an seinem vorgesehenen Platz. Jetzt kam auch meine Stunde, ich konnte die Zündung einstellen. Es endete wie es begann. Das erste Anlassen war eine Zitterpartie. Der Motor wollte nicht starten. Also noch einmal alles kontrolliert, Spritzufuhr checken und nach einigem Orgeln sprang er an.

 

Jetzt mussten wir den Trabant nur noch von der abenteuerlichen Konstruktion unbeschadet wieder herunter bekommen.  Er rollte langsam die wie Streichhölzer anmutenden Bretter, die als Auffahrhilfe dienten, rückwärts Richtung sicherer Ebene. Die schmalen Bretter waren notdürftig unterfüttert, und als hätte ich es geahnt, schoss ein Holzklotz aus seiner Position. Uns stockte der Atem. Doch bei allen Zweifeln: das Konstrukt hielt.    

Es war Zeit für eine Probefahrt. Ronny und Stefan fuhren vorweg. Wir ( Vic, Yeti, Stephan) fuhren für den Notfall hinterher. Yeti war total begeistert, er war noch nie Trabant gefahren. Er ist immer noch im Aufbau seines Gefährten. Doch dann das: Ronny gibt Gas und wir kamen nicht hinterher. Ich hatte selbst einen neuen Motor verbaut, aber diese Rennmaschine konnte ich nicht einholen. Mit gefühlter Lichtgeschwindigkeit schoss der Bock übers Land. Als wir Ronny einholten, beschlossen wir wieder zur Garage zu fahren. Und wieder ließ er uns einfach zurück. An der Garage gab es noch einen kurzen Austausch wie der Trabant läuft. Es wurde alles für gut befunden. 

Für Vic und mich wurde es Zeit in die Heimat zu düsen. Diesen erfolgreichen Schraubertag  ließen wir mit einem Bierchen und Grill auf unserem Balkon ausklingen. 

 

Fazit: Ich habe noch nie soviel gelacht bei einer Schrauberaktion. Das war eine super Truppe, hat richtig Spaß gemacht.

 

 

 

 

 

 

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