1. ITT Langenstein 2010

Das erste Treffen diesen Jahres sollte die Zweetaktheizer nach Langenstein im Harz führen. Nach der langen Winterpause waren wir natürlich alle heiß auf ein Trabi Treffen. Das Zweitaktgeschwader Langenstein veranstaltete dieses Jahr ihr erstes Treffen. Die zur Verfügung stehenden Informationen zum Treffen waren mehr als dürftig, ein Grund mehr das Treffen aus Neugier zu testen.

Am Freitag Nachmittag trafen wir uns am Cafe del Sol in Hildesheim, um nach Langenstein zu heizen. Mit dabei waren nicht nur Jens und Bert, sondern auch Vespa Nils. Nils begleitet uns immer öfter auf Trabi Treffen. Leider machte seine Vespa im Vorfeld einige Probleme, so dass er uns als Beifahrer begleitete. Höhepunkt der Anreise war Berts Trabant. Lange hat er restauriert und geschraubt bis sein Trabant fertig war. Wer Bert kennt, der weiß das er ein Perfektionist ist. Um so größer war sein Vorfreude auf das erste Treffen mit seinem Trabi (Die Restauration ist unter Web Alben bald verfügbar).

Wir traten die Fahrt über die B6 Richtung Harz an. Alles lief ohne Probleme, doch mein Motor klingelte unter Vollast, so dass wir die Fahrzeugpositionen in unserer Kolonne tauschten. Vic und ich fuhren voran und Jens und Bert heizten hinterher. Alles lief ohne Probleme, nur ich war den anderen Zweetaktheizern wieder mal ein wenig zu langsam (aber mit Traditionen sollte man nicht brechen). Dann kam der große Schock. Bert ist am Parkplatz Brockenblick liegen geblieben. Mehr Infos hatten Vic und ich noch nicht, wir hatten unsere Mitreisenden aus den Augen verloren. Also suchten wir die nächste Möglichkeit um zu wenden und zu unseren Kollegen zu stoßen. Nach ca. 20 Minuten trafen wir dann am Parkplatz ein. Nach kurzem Austausch informierte Bert uns: “Das Pleul ist fest“.

Das war das Aus für Berts Weiterfahrt, so ein Defekt konnten wir unterwegs nicht beheben. Wir alle waren geschockt, gerade das technisch beste Fahrzeug blieb liegen. Die Stimmung war ziemlich am Ende, doch wurde die Situation mit üblichem Zweetaktheizer-Sarkasmus überspielt.

Nach langen Hin und Her mit dem ADAC (Bert ist kein Plus Mitglied) wurde sein Fahrzeug für 10 Euro nach Hause gefahren. Er entschied sich trotzdem dem Treffen beizuwohnen, eine Entscheidung die wir alle begrüßten.Die weitere Fahrt verlief ohne Probleme und wir trafen in Langenstein ein. Langenstein ist ein kleines Dörfchen im Harz mit rustikalem Äußeren. Aufgrund der guten Beschilderung fanden wir das Treffengelände auf Anhieb. Wir waren etwas verwundert, weil nur sehr wenige Fahrzeuge auf großer Fläche verteilt waren. Nach kurzer Kontaktaufnahme mit Susi von den Langensteinern durften wir uns einen Rastplatz unserer Wahl aussuchen, und Platz hatten wir.

Die übliche Prozedur begann, Fahrzeuge in Position bringen und Lagerbau in Begleitung einer Hopfenkaltschale. Danach begann der wichtigste Part, die Nahrungsmittelzubereitung. Also Grill anschmeißen und in der Gemeinschaft Nahrungsmittel verbrennen (Grillen).

Unsere nächste Bekanntschaft mit den Langensteinern war etwas unerfreulich. Wir wurden nett und freundlich darauf hingewiesen, dass das Grillen untersagt ist. Das Treffen kostete keinen Eintritt und finanzierte sich über die Einnahmen der Gulaschkanone und dem Getränkeverkauf. Das hätten wir gerne früher gewusst. Aber wir durften noch zu Ende Grillen, da niemand außer uns dort zeltete.

Nach dem Essen nahmen wir Kontakt mit den Langensteinern auf. Es gab eine Bierbude, einen Fischstand und einen verdammt mutigen DJ. Wir orderten einige Bier und wurden mit Schlagern unserer Großeltern beschallt. Aber das war nur die Spitze des Eisberges, es wurden Cover von Ballerman-Schlagern gespielt die noch schlimmer waren als die Orginale. Wir waren schockiert. Nach einigen Gesprächen mit den Langensteinern (und entsprechendem Protest wegen der Musik) machten wir uns auf in unser Lager und tranken noch ein, zwei Bierchen mit den ihnen (Ich muss zugeben, es war schweinekalt, die Nachttemperaturen lagen bei 4 C, aber uns Trabi Fahrer tangiert das eher peripher).

Am Samstag warteten wir voller Vorfreude auf das IFA Team Delligsen. Telefonisch bekamen wir die Info dass sie es nicht rechtzeitig zur geplanten Ausfahrt schaffen würden (gleichzeitig wurden wir natürlich wieder mit deutschen Schlagern beschallt und waren total genervt).Aber egal, wir stellten uns gegen 13:00 zur Ausfahrt auf. Diese war schön geplant, wir fuhren durch das Umland und durch Halberstadt. Anfangs wurden wir in der Kolonne öfter getrennt. Aber später sperrten Fahrzeuge der Langensteiner die Straßen, so dass wir geschlossen durch Halberstadt fahren konnten. Die ca. 50 km. lange Ausfahrt war klasse geplant und wir genossen den mit ca.18 Fahrzeugen langen Konvoi durch das Harzer Land.Wieder im Lager konnten wir die Delligser begrüßen und ein gemeinsames Bier trinken.

Nach dem Austausch der wichtigsten Informationen mischten wir uns unter das Volk.Und dann wurden wir wieder mit Andrea Berg, Anton aus Tirol-Covern und Ähnlichem beschallt. Die schlechteste Dorfdisco hätte das Musikniveau nicht unterbieten können. Wir mussten feststellen, dass das Treffen zu 95 % aus Tagesbesuchern bestand, die abends wieder gen Heimat fuhren. Wir Zweetaktheizer haben den Abend schön am Lagerfeuer ausklingen lassen.Am Sonntag haben wir alle getrennt den Heimweg angetreten und sind alle wohlbehalten wieder zu Haus angekommen.

Das Fazit zum 1. Langensteiner ITT:

Der Standort ist super, genügend Platz und die Infrastruktur ist durch das Schützenhaus gesichert.

Die Toiletten waren immer sauber und sie wurden stetig gereinigt. Nur zur späten Stunde wurde das Schützenhaus geschlossen und es musste auf ein Dixi-Klo zurückgegriffen werden.

Die Ausfahrt war anfangs etwas holprig, zum Schluss aber echt gut gelöst, die Strecke erhält das Prädikat wertvoll.

Es wurden auch Treckerfahrten durch Langenstein angeboten, das lohnt sich bestimmt.

Es gab Erbsensuppe aus der Gulaschkanone, Bratwurst und Fleisch sowie eine Fischbude.

Leider ist das kein Ersatz für das selber Grillen. Wir hatten auch einen Vegetarier an Bord und der war so schlecht mit warmer Nahrung zu versorgen (die Pommes aus dem Fischwagen waren eine Zumutung).Zur Musik, wie schon gesagt, ein absolutes No Go (Zitat Jan: “Das ist wie ein Kolbenfresser, das will niemand hören“).

Unsere Empfehlung für nächstes Jahr:

Nehmt Eintritt und lasst die Leute grillen. Macht mehr Werbung, dann bleiben/kommen auch mehr Trabifahrer. Ansonsten freuen wir uns auf ein zweites Trabi Treffen in Langenstein. Das Team hat sich dieses Jahr mehr als ins Zeug gelegt. Ein Jahr lang hatten sie Schrott gesammelt, um das Treffen zu finanzieren. Ein Teammitglied verlor dabei ein Stück Finger durch einen Unfall. Trotzdem war ganz engagiert dabei. Das zeugt von Einsatzbereitschaft!

 

 

 

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